von Karsten Juha
Ziel dieser Seite soll es sein, dem Aquarianer das grundlegende Rüstzeug
für Krankheitsvorbeugung, -erkennung und -behandlung mit den wichtigsten
Medikamenten zu vermitteln. Hierzu wurde nach dem allgemeinen Einleitungsteil
eine Tabelle erstellt, die es ermöglichen soll, anhand von Symptomen die
wichtigsten Krankheiten zu diagnostizieren sowie Behandlungmethoden und
Medikamenten vorzustellen.
Es sei noch angemerkt, daß zu schnelle Reaktionen
auf die beschriebenen Anzeichen zu voreilig sein können. Sauerstoffmangel führt
auch zu schnellen Kiemenbewegungen oder ein Maulbrüter, der Nachwuchs aufzieht,
wird eben nicht fressen. Deshalb sind diese Fische nicht krank. Eine genaue
Beobachtung führt zur richtigen Diagnose.
Es ist natürlich weitaus besser, alle möglichen Maßnahmen zu treffen, um
dafür zu sorgen, daß eine Krankheit im Aquarium erst gar nicht ausbricht, als
sie nach dem Auftreten dann mühsam bekämpfen zu müssen. Man sollte Krankheiten
in erster Linie dadurch vorbeugen, daß man streßfreie Lebensbedingungen bietet,
allgemeine hygienische Zustände schafft und routinemäßige Quarantänemaßnahmen
durchführt sowie die Tiere regelmäßig beobachtet.
Fische, die verstärkt Streßsituationen über einen längeren Zeitraum
ausgesetzt sind, neigen sehr stark zur Krankheitanfälligkeit und sind damit
potentielle Kandidaten für Infektionskrankheiten.
Streß bedeutet aber nicht
unbedingt, daß ein dominierender oder auch revierbeanspruchender Fisch seine
Mitgesellen im Aquarium scheucht oder die Tiere durch Bewegungen außerhalb des
Beckens ständig aufgeschreckt werden. Letzteres ist auch eher eine Sache der
Zeit bis die Fische sich an diesen Zustand gewöhnt haben. Vielmehr bedeutet
Streß für Fische schlechte Wasserqualität, in einem kurzen und häufig
auftretenden Abstand Temperaturschwankungen und der Transport vom Fang über die
einzelnen Händler bis hin in unser Aquarium, was mit ständig wechselnden
Wasserqualitäten und kurzen Aufenthalten verbunden ist.
Darunter versteht man nun nicht das sterile Aquarienbecken, sondern das
Beachten von Sauberkeit verbunden mit der Verhinderung der Einschleppung von
beispielsweise Giften durch Geräte, Nahrung, Hände, Tiere und Pflanzen.
Ein
kleines Beispiel hierfür, welches man sich zu Herzen nehmen sollte: Nach der
morgendlichen Dusche sollte es peinlichst vermieden werden, Arbeiten im
Aquarienwasser auszuführen. Seifenreste, Creme, Deodorant usw. werden durch das
Wasser aufgenommen und stellen Gifte für die Fische dar.
Eine Sache, die den Aquarianer nicht erschrecken bzw. nun unbedingt
veranlassen soll, ein eigens für die Quarantäne bestimmtes Becken aufzustellen.
Wie oft werden neue Fische und Pflanzen eingesetzt? Meine persönliche Meinung
hierzu ist, daß man sich beim Erwerb von Fischen und Pflanzen diese genauestens
anschauen und möglichst nicht gleich zum Kauf bereit sein soll. Wartet man
einige Tage und schaut sich die auserkorenen Pfleglinge genauestens an und ist
nach einiger Zeit der objektiven Auffassung, daß Färbung und Verhalten normal
sind, ist eine Krankheitseinschleppung schon gemindert.
Auch die Zugabe von
entsprechenden vorbeugenden Medikamenten bei der Einsetzung neuer Fische oder
Pflanzen kann hier bereits ein Sterben verhindern.
Die Tabelle umfaßt Veränderungen des Verhaltens und des Erscheinungsbildes mit einem entsprechenden Verweis zur möglichen Krankheit, deren Beschreibung und Behandlung. Die Symptome sind zur leichteren Auffindung alphabetisch geordnet.
Bandwürmer
Aquarienfische werden
vor allem von Nelkenwürmern der Gattungen Caryophyllaeus
und Khawia befallen, die sich in ihrem Darm festsetzen und
dort schmarotzen. Äußerlich zeigt sich ein Befall mit diesen Endoparasiten durch
Gewichtsverlust, Wachstumsstörungen, bleiche Kiemen und trübe Augen; der Darm
der betroffenen Fische ist stark verschleimt und entzündet, und vor allem bei
kleineren Exemplaren können schon einige wenige Bandwürmer durch Auszehrung und
irreparable Schädigungen der Darmschleimhaut den Tod verursachen.
Heilmittel
Bandwurminfektionen lassen sich
wesentlich leichter durch vorbeugende Maßnahmen verhindern als heilen; wer
darauf verzichtet, Tubifex und Cyclops, beides Zwischenwirte verschiedener
Bandwurmarten, zu verfüttern und neu gekaufte Fische zuerst in ein
Quarantänebecken setzt und dort beobachtet, bekommt in der Regel auch keine
Bandwürmer in sein Aquarium. Eine Behandlung mit Medikamenten, die man dem
Futter beimengt, gelingt in den seltensten Fällen.
Bauchwassersucht
Der
Erreger dieser Krankheit ist nicht genau bekannt, man nimmt jedoch an, daß sie
bakteriellen Ursprungs ist. Typische Symptome sind aufgedunsene Bäuche, die
Ausbildung von Glotzaugen und entzündete After. Es gibt aber auch eine
Geschwürform der Bauchwassersucht, die sich in roten, von einem weißen Ring
umgebenen Wucherungen und schuppenfreien, hervorstehenden Hautstellen äußert.
Die Krankheit ist äußerst ansteckend, tritt jedoch im Aquarium verhältnismäßig
selten auf.
Heilmittel
Fische, die an infektiöser
Bauchwassersucht leiden, sind sehr schwer oder gar nicht zu heilen; man kann es
zwar mit Methylenblau
(50-400 mg / Liter für 2-10 Stunden) oder Niphurpirinol
(1-4 mg / Liter für 1 Stunde) versuchen, am sichersten dürfte es wohl aber sein,
wenn man die erkrankten Tiere tötet und durch vorbeugende Maßnahmen, wie eine
abwechslungsreiche Fütterung, verhindert, daß es noch einmal zu einem Befall
kommt.
Blutwurmkrankheit
Hierbei
handelt es sich um eine Krankheit, deren Erreger Saugwürmer der Gattung
Sanguinicola sind, die in der Regel mit Wasserschnecken ins
Aquarium eingeschleppt werden. Befallene Fische schwimmen extrem langsam und
zeigen bleiche Kiemen, deren Kapillargefäße verstopft sind; die Krankheit endet
bei allen infizierten Fischen mit dem Tod.
Heilmittel
Wie schon bei den Bandwürmern
gilt auch hier, daß die beste Therapie in Vorbeugungsmaßnahmen liegt, und die
sicherste Methode ist es, keine Wasserschnecken ins Aquarium zu lassen. Bäder in
einer 3 %igen Salzlösung
haben zwar eine desinfizierende Wirkung und töten bei wiederholter Anwendung die
Parasiten ab; ihre Eier aber verstopfen früher oder später die Blutgefäße und
werden in die Nieren geschwemmt.
Chilodonella-Krankheit
Die Krankheit wird von Wimperntierchen der Gattung
Chilodonella hervorgerufen. Diese Ektoparasiten haben eine
ovale Körperform und werden etwa 40-70 Mikrometer lang; ihr hinteres Körperende
ist eingekerbt, und ihr Protoplasma erscheint aufgrund zahlreicher kleiner
Vakuolen, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, ziemlich grobkörnig. Erkrankte
Fische scheuern sich oft an Steinen und anderen festen Gegenständen und
schwimmen sehr langsam; ihre Haut, insbesondere der Nacken bis zum Ansatz der
Rückenflosse, ist weißbläulich bis grau eingetrübt, und löst sich in einem
fortgeschrittenen Stadium in Fetzen ab. Sind auch die Kiemen befallen, zeigen
die Fische eine erhöhte Atemfrequenz und halten sich zumeist in Oberflächennähe
auf. Die Chilodonella-Krankheit erfaßt in der Regel zuerst geschwächte oder
verletzte Fische und breitet sich in überfüllten Becken von diesen auf gesunde
Exemplare aus, und sie verläuft bei starkem Befall immer tödlich, da sie die
Haut und die atmende Oberfläche der Kiemenblättchen zerstört.
Heilmittel
Schwach befallene Fische badet man am
besten in einer 3 %igen Kochsalzlösung,
bis sie Anzeichen von Unbehagen zeigen; eine Alternative hierzu ist ein 10-15
minütiges Bad in einer 1 %igen Kochsalzlösung
mit einer Wassertemperatur von 28-30 °C. Optimale Resultate erzielt man mit
Malachitgrün
(0,15 mg / Liter) oder Tripaflavin
(1 g / 100 Liter); diese Bäder töten die Parasiten in 10 Minuten und sollten in
einem Quarantänebecken vorgenommen werden. In einem Becken, das keine Wirtstiere
beherbergt und dessen Wasser die oben angegebene Temperatur hat, stirbt
Chilodonella in 5-6 Tagen ab.
Columnaris-Krankheit
Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die durch zwei unterschiedliche
Myxobakterien, nämlich Chondrococcus columnaris und
Cytophaga columnaris, hervorgerufen wird; diese Bakterien
werden 0,5-10 Mikrometer lang und bilden, wie ihr lateinischer Name schon
andeutet, säulenartige Kolonien. Die Columnaris-Krankheit kann, vom klinischen
Standpunkt betrachtet, in akuter oder chronischer Form auftreten, was sowohl von
der Wassertemperatur und der Wasserqualität als auch von der Virulenz der
Bakterien abhängt; sie äußert sich in grau-weißen Flaumflecken auf Kopf,
Flossen, Kiemen und Körper, und da diese besonders in der Maulgegend auftreten,
sagt man im Deutschen statt Columnaris-Krankheit oft auch Maulschimmel. Die
Flecken werden je nach Krankheitsbild sehr schnell oder erst mit der Zeit zu
flachen Geschwüren, die Muskeln entzünden sich und die Blutkapillaren werden
hyperämisch und platzen. Befallene Fische legen die Flossen an und scheinen im
Wasser hin und her zu schaukeln. Maulschimmel ist sehr ansteckend und kann im
Extremfall den Fischbestand eines ganzen Aquariums binnen 24 Stunden vernichten;
besonders anfällig gegen diese Krankheit sind eierlegende Zahnkarpfen und alle
anderen Fische mit defekten oder verletzten Hautstellen, an denen sich die
Bakterien bevorzugt festsetzen.
Heilmittel
Die
beste Therapie besteht drin, die Bedingungen in dem betroffenen Becken möglichst
schnell zu verbessern, und zwar, indem man durch einen Teilwasserwechsel den
Nitratgehalt senkt, den Boden von Mulm und verwesenden Speiseresten säubert,
eine optimale Belüftung und Filterung gewährleistet und Wassertemperatur,
Wasserhärte und Säuregrad soweit herunterschraubt, wie dies für die Fische
gerade noch zumutbar ist. Zur Behandlung der Primärinfektionen empfehlen sich
Antibiotika wie Terramycin
(Dosierung siehe Packungsbeilage), zur Behandlung des Schimmels und
zur Prophylaxe Kurzbäder mit Kupfersulfat
in einer Dosierung von 1:2000 (1-2 Minuten) oder Malachitgrün
in einer Dosierung von 1:15 000 (30 Sekunden).
Costia-Krankheit
Costia wird von einem etwa 10-15 Mikrometer langen
Geißeltierchen hervorgerufen. Costia necatrix, so der Name
dieses Parasiten, hat eine ovale Gestalt und heftet sich mit protoplasmatischen
Fortsätzen ans Epithel, also an die oberste Schicht des Hautgewebes der Fische,
und pflanzt sich dort durch Längsteilung fort. Die Körperoberfläche und die
Kiemen befallener Fische werden von einem grauen Belag überzogen; die Tiere
scheuern sich verstärkt und bekommen schließlich überall blutunterlaufene und
wundgeriebene Stellen. Die Krankheit wird direkt übertragen und ist deswegen
äußerst ansteckend. Betroffen sind vor allem junge und kleinere Fische in
überfüllten Becken; für diese führt der Befall mit Costia
zumeist zum Tod.
Heilmittel
Die beste Methode ist
es, die Wassertemperatur des Beckens auf 30-32 °C zu heben, da die Parasiten
dann binnen weniger Tage absterben. Dies geht natürlich nur bei Tropenfischen;
als Alternative empfiehlt es sich, die befallenen Fische solange in einer 3
%igen Kochsalzlösung
zu baden, bis sie Zeichen von Unbehagen zeigen oder Tripaflavin
bzw. Acriflavin
anzuwenden (1 g / 100 Liter für 2 Tage). Letztere beiden Mittel müssen jedoch in
einem separaten Becken verabreicht werden, da sie für Pflanzen schädlich sind.
Dactylogyrus
Hierbei handelt es
sich um die sogenannte Kiemenwurmkrankheit, die von Saugwürmern der Gattung
Dactylogyrus hervorgerufen wird. Diese Parasiten, die eine
Länge von etwa 2 mm haben, heften sich mit einer Haftscheibe und zwei
Klammerhaken vor allem an den Kiemenblättchen der Fische fest; befallenen Tieren
ist anfangs äußerlich fast nichts anzumerken, mit der Zeit stellen sich jedoch
verstärkt Kiemenschäden und -blutungen und insbesondere bei Jungfischen
schließlich der Tod durch Ersticken ein.
Heilmittel
Kurzbäder in einer 3 %igen Kochsalzlösung
sind eine gute Behandlungsmethode, ebenso circa halbstündige Bäder in Wasser,
dem man 40 %iges Formalin
beigegeben hat (20-25 cm3 / 100 Liter).
Falsche Neonkrankheit
Die Symptome sind denen der echten Neonkrankheit
täuschend ähnlich, Ursache scheint jedoch im Gegensatz zu dieser eine
bakterielle Infektion zu sein. Befallene Fische magern ab und zeigen oft eine
ausgebleichte Körperfarbe, die die Muskulatur durchscheinen läßt; außerdem haben
sie zumeist starke Gleichgewichtsstörungen. Die Unterscheidung zwischen echter
und falscher Neonkrankheit ist sehr schwierig, zumal dieselben Symptome auch
durch einen Befall mit Chilodonella
hervorgerufen werden können.
Heilmittel
Die beste
Vorbeugungs- und Behandlungsmethode ist die Gewährleistung einer optimalen
Wasserqualität; falls noch Infektionen hinzukommen, empfiehlt sich die
Verabreichung von Antibiotika wie Niphurpirinol
oder Ossitetracyclin
gemäß den Angaben der Packunbgsbeilage in einem Quarantänebecken.
Fischlauskrankheit
Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die von Krebstierchen der Gattung
Argulus, den sogenannten Fischläusen hervorgerufen wird.
Diese Parasiten werden 7-10 mm lang und sind gut auf der Haut der Fische zu
erkennen, wo sie sich mit Saugnäpfen und Klammerhaken festheften und mit einem
Stachel Blut saugen. Sie schwimmen von einem Fisch zum anderen und lassen in der
Regel rote Einstichstellen mit einem rosa Hof zurück. Der Stich der Fischläuse
ist giftig und kann beim Wirtstier Lähmungserscheinungen oder den Tod
hervorrufen. Außerdem kann er auch den Erreger der infektiösen
Bauchwassersucht übertragen.
Heilmittel
Infizierte Stelle mit konzentrierter Salzlösung
bestreichen und nachfolgend mit einer Pinzette den Parasiten entfernen oder ein
Kurzbad in Kaliumpermanganatlösung
(1 g / 100 Liter)
Fischschimmel
Die Erreger
dieser Krankheit sind Pilze der Gattungen Saprolegnia und
Achyla, die sich in der Regel auf Fischkadavern,
abgestorbenen Eiern und ähnlichem ansiedeln und lebende Tiere nur dann befallen,
wenn deren Schleimhaut ernsthaft verletzt oder beschädigt ist. Fischschimmel ist
also das, was man eine Sekundärinfektion nennt. Er äußert sich in einem weißen,
watteähnlichen Belag, der mit der Zeit einen bräunlichen Farbton annimmt.
Heilmittel
In der Regel helfen Kurzbäder in einer
Kochsalzlösung
(30 g / Liter für 15 Minuten) oder die Anwendung von Malachitgrün
(1 g / 15 Liter für 10-30 Sekunden), aber man kann die betroffenen Stellen auch
mit Jodtinktur oder 1 %igem Methylenblau
bepinseln. Was befallene Eier angeht, so sollte man sie entfernen und die
übrigen mit Methylenblau
oder Kupfersulfat
behandeln (5 mg / Liter), um eine neuerliche Ausbreitung der Pilze zu
verhindern.
Fischtuberkulose
Der
Erreger dieser Krankheit ist noch nicht eindeutig bestimmt. Höchstwahrscheinlich
handelt es sich dabei aber um Bakterien der Gattung
Mycobakterium, die vor allem tropische Süßwasserfische
befallen. Die Symptome sind sehr unterschiedlich, und die Fischtuberkulose geht
in der Regel mit einer weiteren Krankheit oder Infektion einher. Betroffene
Fische können Deformationen der Wirbelsäule zeigen, stark abmagern und
eingefallene Bäuche haben, des weiteren kann es zu Aufhellungen des Farbkleides,
Glotzaugen und Entzündungen der Haut kommen. Die Fischtuberkulose ist die
gefährlichste Krankheit, die in einem Aquarium auftreten kann. Sie ist sehr
ansteckend und kann sowohl von Fisch zu Fisch als auch über die Nahrung und die
Eier übertragen werden.
Heilmittel
Die Erreger der
Fischtuberkulose können auch Menschen infizieren, weshalb man befallene Fische
nie mit bloßen Händen berühren sollte. Wirkliche Heilmittel gegen diese
Krankheit gibt es nicht. Bäder mit Aureomycin
(26 mg / Liter für Tage) oder Methylenblau
(2 g / 1000 Liter für 2 Wochen) zeigen zwar manchmal Erfolg, die beste Therapie
liegt jedoch auch hier in der Vorbeugung, indem man eine optimale Wasserqualität
gewährleistet, das Becken nicht überbesetzt und den Fischen eine möglichst
abwechslungsreiche Kost bietet.
Flossenfäule
Hierbei handelt es
sich um eine Krankheit, die von Bakterien der Gattungen
Aeromonas, Pseudomonas und
Vibrio hervorgerufen wird und somit verstärkt in Becken mit
einer schlechten Wasserqualität auftritt. Befallene Fische zeigen anfänglich
Trübungen der Flossenränder, worauf die Flossen nach und nach immer mehr
zerfasern, bis schließlich nur noch die Flossenstrahlen übrig sind, die
schließlich ihrerseits abfaulen. Die Krankheit gilt als ansteckend, betroffen
sind vor allem Fische mit langen und gut entwickelten Flossen.
Heilmittel
Wie bereits angedeutet, ist die
regelmäßige Reinigung des Filtersubstrats und die ebenso regelmäßige
Durchführung von Teilwasserwechseln die beste Vorbeugungsmaßnahme; zur
Behandlung befallener Fische empfehlen sich Bäder mit Aureomycin
(250-500 mg / 5 Liter) oder Terramycin
(100 mg / 5 Liter pro Tag für fünf Tage). Falls der Befall örtlich stark
begrenzt ist, kann man versuchen, den infizierten Flossenteil mit einer
sterilisierten Schere abzuschneiden.
Fräskopfwürmer
Aus dem After
(Öffnung leicht vergrößert) der betroffenen Fische ragen kleine ca. 0,5 mm lange
feine rote pinselähnliche Borsten. Die Fische sind blass, magern ab und suchen
sich bei fortschreitender Krankheit stille Ecken, in die sie sich zurückziehen
und die sie teilweise nur zum Füttern verlassen, bis nach einigen Wochen der Tod
eintritt.
Heilmittel
Für die Behandlung sind mir
zwei Mittel bekannt. Zum einen mit Concurat der Firma Bayer, wobei 1 g Concurat
auf 100 g Futter bei 50 °C zu mischen ist. Das so entstandene Medikament ist 5
Tage lang den Fischen zu geben.
Weiterhin kann man die Behandlung mit
Flubenol durchführen. Das Mittel ist in der Apotheke erhältlich. Auf 100 Liter
Aquarienwasser kommen 200 mg Flubenol (5 %ig). In einem Glas mit organischer
Säure (z.B. Spucke) und wenig Wasser gut schütteln und in das Aquarium gießen.
Dabei auf gute Durchlüftung achten. Das Ganze nach 6 Tagen und nach 12 Tagen
wiederholen. Während dieser Zeit keinen Wasserwechsel vornehmen.
Grießkörnchenkrankheit
Die Grießkörnchenkrankheit ist sozusagen die Süßwasserversion der oftmals in
Meeresaquarien anzutreffenden Pünktchenseuche. Erreger ist
Ichthyophtirius multifiliis, ein Wimperntierchen mit einem
hufeisenförmigen Großkern und einer Länge von etwa 1 mm, das sich in der Regel
auf der Haut seiner Wirtstiere ansiedelt, gelegentlich aber auch die Hornhaut
der Augen und das Innere der Mundhöhle befällt. Der Lebenskreislauf dieser
Schmarotzer vollzieht sich in drei Stadien, dem Schwärmerstadium, bei dem die
jungen Parasiten frei im Wasser schwimmen und sich ein Wirtstier suchen, dem
Wachstumsstadium auf der Haut des Wirts, bei dem die Tiere heranreifen, und dem
Bodenstadium, bei dem sich die Tiere im Boden enzystieren, also mit einer
Gallerthülle umgeben und durch Zellteilung vermehren, worauf der Zyklus von
neuem beginnt. Erkrankte Fische weisen am Körper, den Flossen und den Kiemen
weiße Knötchen auf, die sich bei starkem Befall zu grauen Flecken vereinigen;
die Haut ist stark verschleimt, die Atmungsfrequenz erhöht, und die Tiere
scheuern sich an festen Gegenständen und magern immer mehr ab. Die
Grießkörnchenkrankheit ist sehr ansteckend und kann sich binnen kurzem über
sämtliche Fische eines Aquariums verbreiten; zusammen mit den Primärinfektionen
treten oftmals auch Sekundärinfektionen durch Bakterien und Pilze auf.
Heilmittel
Ichthyiophtirius
multifiliis läßt sich nur im Schwärmerstadium bekämpfen; die
Behandlung besteht in der Regel in Bädern mit Malachitgrün
(1 mg / 20 Liter für 10 Tage oder 0,1 g / 100 Liter für 4-5 Stunden), wobei
jedoch hinzugefügt werden muß, daß Salmler wie Neonfische oder Kardinaltetras
Malachitgrün
nicht vertragen, und bei diesen auf Medikamente wie Acriflavin
(1 g / 100 Liter) zurückgegriffen werden muß.
Gyrodactyliden
Die
Gyrodactyliden, also die Saugwürmer der Gattung
Gyrodactylus, sind lebendgebärend und siedeln sich
bevorzugt auf der Haut ihrer Wirtstiere an, wo sie sich von den Epidermiszellen
ernähren. Befallene Fische zeigen entzündete Stellen und eine weißliche bis
durchscheinende Haut; die Tiere sondern verstärkt Schleim ab und scheuern sich
an festen Gegenständen, kleine und junge Exemplare tragen gewöhnlich schwere
Gesundheitsschäden davon.
Heilmittel
Als sehr
wirksam haben sich 15minütige Bäder in einer 3 %igen Kochsalzlösung
erwiesen; als Alternative empfehlen sich halbstündige Bäder in einer gut
belüfteten Formalinlösung
(20 cm3 / 100 Liter) oder die Anwendung von Masoten
gemäß den Angaben der Packungsbeilage.
Hexamita-Krankheit
Die
Erreger dieser Krankheit sind Geißeltierchen der Gattung
Hexamita, die als Einzelexemplare bei fast jedem Fisch im
Verdauungstrakt leben, sich bei einem Befall mit einer anderen Krankheit oder
anderen Streßsituationen für den Fischorganismus jedoch sprunghaft vermehren und
vor allem den Darm und die Gallenblase angreifen. Betroffen sind insbesondere
Neuimporte; in einem gut eingespielten Becken kommt die Hexamita-Krankheit in
der Regel nur in Verbindung mit Fischtuberkulose
vor. Infizierte Tiere verlieren ihren Appetit, zeigen ausgebleichte Farben und
machen beim Schwimmen schießende Bewegungen, wobei sie sich bevorzugt in
Bodennähe aufhalten; ihr Darm ist in der Regel stark verschleimt und entzündet
und ihre Gallenblase verhärtet und vergrößert.
Heilmittel
Gegen diese Krankheit gibt es im
Fachhandel ein spezielles Präparat namens Hexa-Ex; als Alternative dazu bietet
es sich an, dem Futter in einem Verhältnis von 1 % Metronidazol
oder Dimetridazol
beizumengen.
Hornhautentzündung
Hierbei handelt es sich nicht um eine genau abgegrenzte Krankheit;
Entzündungen der Hornhaut und Trübungen der Linse können darauf zurückzuführen
sein, daß sich die Fische an einem Stein gescheuert haben, daß eine bakterielle
Infektion vorliegt oder daß die Tiere an Tuberkulose leiden. Weitere mögliche
Ursachen ist der Befall mit Oodinium.
Heilmittel
Im Fall einer temporären Entzündung kann
es nützlich sein, ein paar Tropfen Methylenblau
ins Wasser zu geben; bei bakteriellen Infektionen empfiehlt sich ein
Wasserwechsel und eine gründliche Reinigung des Aquariums. Das gebräuchlichste
Medikament ist Ossitetracyclin
(250 mg / 5 Liter für 3 Tage, wobei man das Wasser alle 24 Stunden wechseln und
das Antibiotikum neu zugeben muß, um eine gleichmäßige Konzentration
sicherzustellen.)
Karpfenpocken
Die genaue
Ursache dieser Krankheit, die vor allem alte Zuchtkarpfen befällt, ist nicht
bekannt; man nimmt jedoch an, daß es sich um eine Virusinfektion handelt.
Befallene Tiere zeigen im Anfangsstadium kleine weißliche Knötchen, die nach und
nach zusammenwachsen und zu warzenartigen Hautwucherungen werden, die
schließlich fast den ganzen Körper bedecken. Diese Wucherungen können lange
erhalten bleiben, haben jedoch keine sehr hohe Pathogenität.
Heilmittel
Eine effiziente Behandlungsmethode ist
bislang nicht bekannt; die Gewährleistung optimaler Pflegebedingungen kann
jedoch dazu führen, daß die Symptome wieder verschwinden.
Kiemenkrebskrankheit
Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die von Ruderfußkrebsen der
Gattung Ergasilus hervorgerufen wird, genauer gesagt, von
den parasitär lebenden Weibchen dieser Krebse, die eine Länge von knapp 2 mm
haben und aufgrund eines blauen Pigments auch mit bloßem Auge gut erkennbar
sind. Die Schmarotzer heften sich mit ihren zu Klammerhaken umgewandelten
Antennen an die Kiemen der Fische, wodurch es zur Abklemmung von Blutgefäßen und
zur Zerstörung des Kiemengewebes kommt. Befallene Fische haben eine erhöhte
Atemfrequenz, bleiche, oft verschleimte Kiemen und magern ab, da sie an
Blutarmut leiden; außerdem führen die Verletzungen an den Kiemen oft zu
Pilzinfektionen.
Heilmittel
Zur Behandlung
empfehlen sich Bäder in einer 1 %igen Kochsalzlösung
(10-15 Minuten) oder in 40 %igem Formalin
(2,5 cm3 / 10 Liter pro Stunde); weitere Mittel sind
Tripaflavin
(1 g / 100 Liter pro Stunde) oder Masoten (1
mg / 2 Liter für 2-3 Wochen). Aber Vorsicht bei letzterem Mittel: Masoten ist
giftig und nur über Rezept vom Tierarzt beziehbar.
Korallenfischkrankheit
Erreger dieser Krankheit ist Oodinium ocellatum, ein
Geißeltierchen, das starke Ähnlichkeiten mit dem Verursacher der Samtkrankheit
aufweist. Der Parasit hat eine Länge von etwa 0,1 mm und siedelt sich auf Haut
und Kiemen der Fische an, die bei einem starken Befall aussehen, als hätte man
sie in Staub gewälzt. Unter der Außenhaut und den Schuppen bilden sich winzige
weiße oder gelbliche Knötchen, und die Fische scheuern sich im Anfangsstadium an
festen Gegenständen und zeigen eine erhöhte Atemfrequenz. Im weiteren Verlauf
wird das Bindegewebe der Kiemen zerstört; schließlich tritt der Tod durch
Ersticken ein. Wenn der Parasit herangereift ist, löst er sich als Zyste vom
Körper des Fisches und macht im Bodensubstrat eine Reihe von Zellteilungen
durch; nach 3 Tagen schlüpfen pro Gallerthülle 256 freischwimmende Schwärmer und
suchen einen neuen Wirt.
Heilmittel
Das sicherste
Mittel gegen die Schwärmer ist Kupfersulfat
(1 mg / Liter für 3-10 Tage), dieses sollte jedoch nur in einem separaten Becken
verabreicht werden, da es für Wirbellose giftig ist und das biologische
Gleichgewicht im Aquarium stört.
Lernaea
Krankheitserreger sind die
Ruderfußkrebse der Gattung Lernaea. Die parasitär lebenden
Weibchen dieser Tiere besitzen am Kopf ankerförmige Fortsätze, mit deren Hilfe
sie sich im Muskelgewebe ihres Wirtstieres festhalten; sie sind etwa 20 mm lang
und gut mit bloßem Auge erkennbar, da ihre wurmförmigen Körper und ihre
Eiersäcke zum Teil aus der Haut der befallenen Fische ragen. Ihre bevorzugten
Opfer sind Goldfische und Cichliden. Erkrankte Tiere leiden an Blutarmut, magern
stark ab und haben gelegentlich auch Leberschäden.
Heilmittel
Obwohl manchmal empfohlen wird, die
Parasiten mit Hilfe einer Pinzette mechanisch zu entfernen, sollte man auf
dieses Mittel verzichten, da es sehr schmerzhaft für die Fische ist und Wunden
zurückläßt, die nur sehr langsam verheilen und von Sekundärinfektionen befallen
werden, die manchmal noch größere Schäden hervorrufen als der Lernaea-Befall.
Zur Behandlung empfehlen sich Bäder mit Kaliumpermanganat
(1 g / 100 Liter), Formalin
(2,5 cm3 / 10 Liter), 2-3 %igem Neguvon (2
-3 Minuten) oder in einer 1 %igen Kochsalzlösung.
Lymphocystis-Krankheit
Hierbei handelt es sich um eine Krankheit, die von einem DNA-Virus
hervorgerufen wird und bei befallenen Tieren zu perlenförmigen Knötchen an
verschiedenen Stellen des Körpers, insbesondere aber an den Flossen führt, die
mit der Zeit zu blumenkohlähnlichen Wucherungen anwachsen. Die Krankheit ist
ansteckend und kann im Extremfall den ganzen Fischbestand eines Aquariums
vernichten.
Heilmittel
Eine wirksame
Behandlungsmethode existiert bislang nicht. Kranke Tiere müssen herausgefangen
und getötet werden, und die anderen Fische sollte man in ein separates Becken
setzen und sie dort für etwa 2 Monate in Quarantäne lassen, während man das
Aquarium, in dem der Befall aufgetreten ist, am besten leert und mit Salzsäure
desinfiziert.
Neonkrankheit
Der Erreger
dieser Krankheit ist Plistophora hyphessobryconis, ein
Sporentierchen, daß insbesondere Salmler und karpfenartige Fische befällt und
die Muskulatur stark beschädigt. Die augenfälligsten Symptome sind neben einer
ausgebleichten Körperfarbe ausgeprägte Gleichgewichtsstörungen; erkrankte Fische
machen torkelnde Bewegungen, schwimmen oft in einer unnatürlichen Haltung und
sondern sich von ihren Artgenossen ab. Da auch die Nieren befallen werden,
sondern infizierte Tiere mit ihrem Harn Sporen ab und stecken so die
Beckeninsassen an.
Heilmittel
Eine wirksame
Behandlungsmethode existiert bislang nicht, doch vorbeugende Bäder mit Terramycin
oder Aureomycin
(500 mg / 70 Liter) können einen Ausbruch der Krankheit ebenso verhindern wie
die Filterung des Beckenwassers über Torf. Ist ein Aquarium einmal befallen, muß
es geleert und gründlich desinfiziert werden.
Samtkrankheit
Erreger dieser
Krankheit ist Oodinium pillularis, ein Panzergeißeltierchen
mit einer birnenförmigen Gestalt und einer Körperlänge von 30-140 Mikrometern,
das sich mit wurzelartigen Protoplasmaausläufern in der Haut verankert.
Befallene Tiere weisen auf dem Körper einen samtigen, grau-bläulichen Überzug
auf und scheuern sich unentwegt; im Extremfall können sich ganze Hautstreifen
abschälen und Entzündungen der Unterhaut und der Kiemen auftreten. Die Krankheit
ist sehr ansteckend; sie führt zu starken Schäden der Haut und der Kiemen und
kann im Tod durch Ersticken resultieren.
Heilmittel
Zur Behandlung empfiehlt sich ein langes Bad mit Tripaflavin
(1 g / 100 Liter) oder Methylenblau
in einer Dosis von 6-8 Tropfen einer 1 %igen Lösung pro 4 Liter Wasser, in der
man die Fische 5 Tage lang läßt. Falls man die Behandlung wiederholen will,
sollte man den Fischen 3 Tage Ruhe gönnen, ehe man ein neues Bad ansetzt, und
diese Zeit zu einem Wasserwechsel im Aquarium nützen.
Schlafkrankheit
Hierbei
handelt es sich um eine Krankheit, die von Geißeltierchen der Gattungen
Cryptobia und Trypanosoma
hervorgerufen wird, die 15-25 Mikrometer lang sind und durch den Biß von
Fischegeln ins Blut der Fische übersiedeln. Befallene Tiere schwimmen extrem
langsam, nehmen oftmals mit dem Kopf nach unten eine schräge Stellung ein und
magern zusehends ab; die Augen sind tief eingefallen und zeigen keine Reflexe,
die Kiemen sind sehr blaß, und die Zahl ihrer roten Blutkörperchen kann bis um
40 % verringert sein.
Heilmittel
Die Krankheit ist
nicht heilbar: befallene Tiere werden am besten herausgefangen und schmerzlos
getötet und Wasser und Boden des Aquariums nach eingeschleppten Fischegeln
untersucht.
Schwarzfleckenkrankheit
Erreger dieser Krankheit sind die Larven von Saugwürmern der Gattung
Posthodiplostomum cuticoloa, die in die Haut und die
Flossen der Fische eindringen, worauf diese um die eingebohrten Parasiten eine
schwarz gefärbte Zyste bilden. Die Krankheit ist nicht ansteckend, da die
Schmarotzer einen sehr komplexen Lebenszyklus haben; die Larven benützen
Wasserschnecken als ersten und Fische als zweiten Zwischenwirt, ehe sie im Magen
von Wasservögeln, ihren Endwirten, zu geschlechtsreifen Würmern heranwachsen und
ihr Entwicklungskreislauf von neuem beginnt. Wer also keine Schnecken ins
Aquarium läßt, läuft auch nicht Gefahr, mit dieser Krankheit konfrontiert zu
werden.
Heilmittel
Die entscheidende
Vorbeugungsmaßnahme wurde ja nun schon genannt, und bei einem Befall kann man
nur versuchen, die Larven mit einer sterilisierten Nadel zu entfernen. Eine
Heilung der schwarzen Zysten ist nicht möglich.
Septikämie
Die Erreger dieser
Infektion sind Bakterien der Gattungen Pseudomonas und
Aeromonas, die sich auf dem Körper sowie in der Milz und
den Nieren der Fische ansiedeln. Die äußeren Anzeichen sind entzündete Stellen
und eitrige Schwellungen der Haut, die sich binnen kurzem zu Geschwüren
entwickeln. Außerdem magern die Tiere stark ab und zeigen bleiche, blutleere
Kiemen und Muskelstörungen.
Heilmittel
Infektionen
dieser Art gehen immer mit einem schlechten allgemeinen Gesundheitszustand der
Fische einher. Richtig gepflegte und gefütterte Tiere haben genügend
Abwehrkräfte, um den Bakterien zu wiederstehen, und im Anfangsstadium genügt es
in der Regel, eine optimale Wasserqualität zu gewährleisten, um die Krankheit
erfolgreich zu bekämpfen. Falls das nicht genügt, empfiehlt es sich, in einem
Quarantänebecken Antibiotika wie etwa Ossitetracyclin
zu verabreichen (250 mg / 5 Liter für 3 Tage bei einem Wasserwechsel im
24-Stunden-Rhythmus). Wirksam sind auch Dauerbäder (2-10 Stunden) mit Methylenblau
(50-400 mg / Liter).
Taumelkrankheit
Hierbei
handelt es sich um eine Krankheit, die von einem Algenpilz hervorgerufen wird.
Ichthvosporidium hoferi befällt die Fische und bildet an
den inneren Organen und auf der Haut der betroffenen Tiere winzige Knötchen von
etwa 1 mm Durchmesser. Äußere Symptome sind eine als Sandpapiereffekt
bezeichnete Schuppenrauhigkeit, sich ablösende Hautpartikeln und blutige
Geschwüre; innere Anzeichen sind kleine weiße Zysten an Herz, Leber und Nieren.
Befallene Fische machen zumeist unkontrollierte Schwimmbewegungen, und im
fortgeschrittenen Stadium endet eine Infektion mit
Ichthyosporidium immer mit dem Tod.
Heilmittel
Im Anfangsstadium kann man erkrankte
Tiere mit Phenossietol
(20 mg / Liter) oder Parachlorophenossietol
(20 mg / Liter) in einem Quarantänebecken behandeln, wobei man jedoch hinzufügen
muß, daß diese Medikamente niemals gleichzeitig verabreicht werden dürfen. Wenn
die Behandlung keine Früchte trägt und sich die Krankheit auch auf andere Fische
im Aquarium ausbreitet, muß der gesamte Fischbestand vernichtet und das Becken
gründlich desinfiziert werden.
Tumore
Geschwulstkrankheiten bei
Fischen können wie bei Menschen bös- oder gutartig verlaufen, wobei gutartige
Tumore in der Regel von alleine wieder abklingen und bösartige entweder erblich
sind oder von krebserregenden Substanzen im Futter herrühren. Bösartige
Geschwülste sind praktisch unheilbar; gutartige bekämpft man durch Abstellen des
auslösenden Reizes oder, im Fall von Vitaminmangel, durch eine vollwertige,
vitaminreiche Kost.
Acriflavin
Dieses Mittel wird gewöhnlich in einer Dosis
von 10 mg / Liter in chemisch reinem, also neutralem Süßwasser (pH-Wert 7)
gelöst. Es ist sehr lichtempfindlich, kann für Pflanzen giftig sein und eignet
sich nicht zur Anwendung für frisch geschlüpfte Jungfische und Fischeier.
Aureomycin
Siehe Ossitetracyclin
Dimetridazol
Siehe Metronidazol
Formalin
Hierbei handelt es sich um
eine farblose Flüssigkeit mit einem stechenden Geruch, die gewöhnlich in einer
40 %igen Lösung verkauft wird und mit größter Vorsicht zu behandeln ist; sie
darf nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen, und man sollte tunlichst
vermeiden, Formlindämpfe einzuatmen. Formalin, das zur Behandlung von Fischen
verwendet wird, muß methanolfrei sein und darf nicht dem Licht ausgesetzt
werden. Flaschen mit einem weißen Bodensatz zeigen, daß das Formalin alt und
giftig ist und nicht mehr verwendet werden kann.
Kaliumpermanganat
Dieses
Mittel wird in kristalliner Form verkauft. Es wird von organischen Substanzen
teilweise inaktiviert und kann in Becken mit neutralem oder alkalischem Wasser
bei den Fischen zu Verätzungen der Kiemen führen.
KupfersuIfat
Dies ist eines der
ältesten Heilmittel, die es in der Aquaristik gibt, und wird in kristalliner
Form und als Pulver verkauft. Es ist ratsam, Kupfersulfat nur in
Quarantänebecken zu verwenden, da es für Pflanzen und Wirbellose giftig ist.
Malachitgrün
Dieses Mittel wir
in kristalliner Form und als Pulver verkauft; die Kristalle sind wirksamer,
können bei falscher Dosierung aber auch größere Schäden anrichten. Es zersetzt
sich unter Lichteinfluß und wird von organischen Substanzen zum Teil
inaktiviert.
Masoten
Dieses Mittel ist nicht frei
erhältlich und kann nur gegen Rezept bezogen werden.
Methylenblau
Mit diesem
Desinfektionsmittel sollte man sehr behutsam umgehen, da es böse Flecken macht
und Spritzer auf der Haut auch noch nach Tagen sichtbar sind. Man kann es in
einer 1 %igen Lösung kaufen; es wird von organischen Substanzen zum Teil
inaktiviert und kann in hohen Konzentrationen für Pflanzen schädlich sein.
Metronidazol
Diese Mittel
werden in der Humanmedizin gegen parasitäre Geißeltierchen eingesetzt; bei einer
Verwendung im Aquarium sollte man sich strikt an die Packungsbeilage halten.
Natriumchlorid
Kochsalz ist
überall problemlos erhältlich und wird bei Süßwasserfischen sowohl zur
Behandlung von Infektionen als auch im Zuge vorbeugender Maßnahmen mit gutem
Erfolg verwendet.
Neguvon
Dieses Mittel ist so wie
Masoten
nicht frei erhältlich und kann nur gegen Rezept bezogen werden.
Niphurpirinol
Gegen Bakterien
und Pilze wird Niphurpirinol eingesetzt; es hat den
Vorteil, daß es von den Fischen auch über die Kiemen aufgenommen wird und sowohl
innerlich als auch äußerlich wirkt.
Ossitetracyclin
Antibiotika
können nur auf Rezept bezogen werden, und man darf die auf der Packungsbeilage
angegebene Menge auf keinen Fall unterschreiten, wenn die Behandlung Erfolg
haben soll. Von einer häufigen Anwendung im Aquarium ist dringend abzuraten, da
Antibiotika die Filterbakterien töten und die pathogenen Bakterien auf Dauer
resistent werden.
Parachlorophenossietol
Siehe Phenossietol
Phenossietol
Hierbei handelt es
sich um ölhaltige Flüssigprodukte, die unter dem Handelsnamen Liquitox in einer
1 %igen Lösung verkauft werden.
Terramycin
Siehe Ossitetracyclin
Tripaflavin
Siehe Acriflavin