Vivarix: FAQ Krankeiten der Aquarienfische

Viele Krankeitserreger sind mikroskopisch klein oder zumindest ohne spezielle Hilfsmittel und Kenntnisse nicht sicher zu erkennen. Eine gesicherte Beratung zum Thema Krankeiten ist deshalb ohne eingehende Untersuchung der betroffenen Fische nicht möglich. Wer allerdings nur eine Handvoll Fische pflegt, wird kaum ein komplettes Untersuchungsprogramm anlaufen lassen, zumal viele Diagnosen nur am frisch getöteten Tier möglich sind. Für den praktischen Bedarf wird man sich deshalb meist daruf beschränken müssen, anhand der mit blosse Auge sichtbaren Symptome die wahrscheinliche Krankheitsursache festzustellen.

Die folgende FAQ fasst die Erfahrungen der Newsgroup de.rec.tiere.aquaterra zusammen, es wird also keine Gewähr für die Richtigkeit übernommen, insbesondere können keine gesicherten Diagnosen erwartet werden!

Zudem hat die Datei bislang noch vorläufigen Charakter, viele Fragen wurden noch gar nicht oder noch nicht zuende diskutiert.

Die zusammengestellten Fragen habe ich z.T. stark gekürzt und allgemeiner formuliert, die Antworten wurden teilweise korrigiert oder ergänzt. Bei konkreten Problemen ist es günstiger eine ausführlichere Beschreibung der Symptome und Haltungsbedinungen zu geben, das erleichtert die Diagnose erheblich.

Anders als bei den Algen gibt es bei Krankheiten im Prinip nur eine - evtl. sehr komplexe - richtige Antworten, deshalb habe ich ggf. mehrere Antworten zu einer zusammengefaßt.





Kiemenfäule Haut- und Flossenkrankheiten Fischtuberkulose Würmer allgemein
Fräskopfwürmer Ichtyo Sonstige Erkrankugen Totkranke Fische töten



Kiemenfäule

F: Ich habe seit kurzen (wenigen Tagen oder Wochen) ein Aquarium. Einige (oder alle) Fische sind nach kurzer Zeit (wenigen Tagen) apathisch geworden habe sich evtl. zurückgezogen und atmen schwer. Sonst sind keine Krankheitszeichen zu sehen. Was fehlt den Tieren?

Ohne Äußere Anzeichen ist das schwer zu diagnostizieren. Als Sofortmartnahme würde ich auf Nitrit testen (da das Becken erst seit kurzem läuft). Es kann durchaus sein, daß bei erhöhtem Nitritgehalt nicht alle Tiere auf einmal leiden, weil sie z.B. mit bakteriellen Infektionen kämpfen. Die treten schneller und stärker auf, wenn sie auch sonst geschwächt sind (z.B. durch Umsetzen, oder weil sie sich nur schwer gegen die anderen durchsetzen konnten). Wenn sie sehr stark atmen könnte sich z.B. um Kiemenfäule handeln. Dann ist relativ schnelle, medikamentöse Hilfe geboten (z.B. Aquafuran oder das neue Sera Baktopur direct).

Wenn das Wasser mit Nitrit belastet war, voher Wasserwechsel und hinterher aufpassen! Das Becken muss erst biologisch eingefahren werden, dann löst sich das Nitrit-Problem von selbst. Bis dahin sparsam füttern, evtl. auch biologisch aktivieren, z.B. mit Biocoryn H3.

Haut- und Flossenkrankheiten

F: Meine neu erstandenen Fische (Neons und ein Guppy-Weibchen) zeigen Symptome einer bakteriellen Erkrankung (Flossen gammeln, Augen vergrössert, taumeln am Bodengrund). Auf Anraten eines Zoo-Fachgeschäft-Verkäufers erwarb ich 15ml baktopur von ARES (Name geändert), ein Heilmittel gegen Maul- und Flossenfäule u. a. bakteriellen Befall. Habe das Mittel wie in der Packungsbeilage beschrieben eingesetzt. Das Mittel enthält u. a. Methylenblau, das ist meienes Wissens ein Indikator. In meinem Fall verfärbt sich das Wasser grünlich.

Seither geht das Sterben munter weiter. Erstaunlicher Weise nur nachts und immer nur ein Fisch (Guppy oder Neon, die Welse scheinen immun).

Die anderen hängen entweder unter der Wasseroberfläche oder drücken sich um den Heizstab herum (Temp. echt o.K) Mit fortschreitendem Krankheitsbild hören sie mit Fressen auf, taumeln auf einer Stelle hin und her, stoßen unentwegt gegen irgendwelche Hindernisse (Pflanzen/Steine/Wurzeln) als wären sie blind.

A: Vermutlich Flexibacter columnaris, die sogenannte "Falsche Neonkrankheit", charakteristische Symptome: Taumeln, Vergammelte FLossen, oft auch scharfkantige Flossenverluste, Auf-der-Stelle-Schwimmen.

Habe ich mir auch vor einiger Zeit von einem Händler eingeschleppt. Hatte Mühe, die richtige Diagnose zu stellen, gelang auf Anhieb mit dem Mikroskop. Damit ergibt sich aber das nächste Problem - auch für Dich. Ohne ein Antibiotikum kommts Du dem Erreger nicht ans Leder. Die einzige rezeptfreie Substanz im Handel ist Nifurpirinol (ist das in Deiner Medizin auch drin?) - leidert gibt es mittlerweile Flexibacter-Stämme, die dagegen resitent sind. In diesem Fall mußt Du in die Hausapotheke schauen: Penicillin, Sulfonamide, Neomycin, Kanamycin - bewährte Antibiotika.

Ich habe ebenfalls beobachtet, daß einige Fische scheinbar immun sind. Heterandria formosa blieb völlig unbeeindruckt. Hat aber später andere Fisch re-infiziert (?).

F: Bei einem meiner Fische färbt sich die Haut rot, dann gehen im die Schuppen aus und darunter kommt das blanke Fleisch zum Vorschein.

A: Offenbar eine bakterielle Erkranung. Ich wuerde ein Aqua-Furan-Kurzbad (nach Anleitung auf den Beipack-Zettel) versuchen. Dann muss nicht das ganze Becken behandelt, werden und mit etwas Glück kriegt sich der Fisch wieder (sein Zustand sollte sich nach spätesten zwei Tagen bessern).

Nach Möglichkeit sollte der Fisch bis zur Genesung in Quarantäne, wenn sich nämlich um offene Fischtuberkulose handeln sollte, kann er evtl. andere Fische infizieren und zweitens ist er dann unheilbar krank :-(.

F: Einzenlne oder alle Flossen (eines oder mehrerer Fische) sind verkürzt oder ausgefranst, die und an den Ränder (meist) etwa milchig trüb. Was soll ich tun?

A: Entweder: Es sind agressive Fische im Becken, die unterlegene verletzt habe, evtl. gibt es auch nur nachts Streit um die Schlafplätze.

Oder (häufiger): Es handelt sich wahrscheinlich um bakterielle Flossenfäule. Diese Krankheit tritt häufig auf in frisch eingerichteten Becken durch zu hohe Nitrit-Werte (in den ersten ein bis vier Wochen), oder durch schlechte Wasserqualität bzw. für die Fische ungünstige Wasserwerte (pH, Härte etc.). In solchen Fällen erledigt sich die Krankheit häufig mit der Besserung der Lebensbedinungen.

Falls das nicht reicht, gibt es im Handel eine umfangreiche Palette von Medikamenten gegen bakterielle Erkrankungen, die gut anschlagen (z.B.: AquaFuran, Sera Baktopur). Nach der Behandlung auf die Nitrit-Werte achten, da evtl. die Bakterien im Filter reduziert wurden (ich habe aber noch nie schlechte Erfahrungen gemacht).

Flossenfäule ist von angefressenen Flossen ganz leicht zu unterscheiden.

  • Eine angefressene Flosse ist klar und hat einen milchigen Rand nur an der Bißstelle. Die milchige Trübung breitet sich nicht aus.
  • Eine faulige Flosse ist weiträumig milchig und zerfetzt. Der Belag aus Bakterien und Pilzen ist deutlich zu erkennen. Im Verlauf von mehreren Tagen löst sich die Flosse regelrecht auf. Ein wirklich trauriges Bild. Außerdem ändern die befallenen Fische ihr Verhalten bei Flossenfäule. Sie werden "ruhiger", sprich lethargisch, weil sie sich sichtlich unwohl fühlen.
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    Fischtuberkulose

    Meine Fische sterben in unregelmaessigen Abstaenden. Aeussere Krankheitsanzeichen sind nicht zu sehen. Die Tiere fangen jeweils (also nicht alle auf einmal) plötzlich an abzumagern. Bis sie eingehen sind meist relativ munter. Was fehlt ihnen?

    A: Klingt nach Fischtuberkulose. Die Erreger werden vom Fisch eingekapselt, je nach Erfolg dieser Abwehr, leben die Tiere sehr unterschiedlich lange. Fischtuberkulose ist weit verbreitet, viele alte Fische sind davon befallen, ohne das Symptome erkennbar sind.

    Aber auch "Fischveteranen" mit verkruemmten Wirbelsauelen sind haeufig an Fischtuberkulose erkrankt. Es scheint auch nicht ungewoehnlich zu sein, dass nur einzelne Arten betroffen sind, obwohl grundsaetzlich alle Arten als Wirte geeignet sind.

    Fischtuberkulose kann aber auch akut verlaufen, dann geht es ziemlich schnell. Haeufig sterben die Fische aber auch einer nach dem anderen, mit wochen- und monatelangen Abstaenden nachdem sie vorher abgemagert sind.

    Eine genaue Dignose erfordert ein Mikroskop. Die Fische müssen präpariert und die Erreger aufwendig gefärbt werden. Die wenigen Krankheiten mit aehnlichen Symptomen sind seltener (und lassen sich aehnlich schlecht behandeln, s.u.).

    Fischtuberkulose ist ein ganz heikles Kapitel. Der Erreger kann grundsätzlich auf Menschen übertragen werden (durch Wasser, dass in offene Wunden gerät) und führt dann zu sehr schlecht heilenden Entzündungen .

    Der Erreger hält sich auch ausserhalb eines Wirtes, z.B. im Filterschlamm, Bodenmulm etc., kann sich also grundsätzlich in jedem Becken befinden. Deshalb kann es im Prinzip auch jede Nachzucht von gesunden Eltern erwischen.

    Es gibt keine Medikamente gegen Fischtuberkulose.

    Einzige Vorbeugung ist deshalb: gute Hygiene, vor allem sollte man Tiere, die abmagern moeglichst nicht im Becken sterben lassen, sondern vorher rausfangen (und abtoeten, siehe dazu den letzten Punkt der FAQ), weil die Leichen große Mengen der Bakterien entlassen.

    Aber eine Garantie ist das nicht. Wenn der Befall erst einmal stark genug ist, sterben die Tiere weiter. Man kann bestenfalls den Neubefall reduzieren und steht nicht ploetzlich vor einem leeren Becken :-(. Leider bricht bei Tieren, die sich außnahmsweise wieder erholt haben, die Krankheit relativ leicht wieder aus.

    Auch wenn man den Händlern nicht unbedingt einen Vorwurf machen kann Ich wuerde beim Einkauf darauf achten, dass der Laden allgemein durch gesunde Tiere auffaellt und insbesondere keine Tiere aus Becken kaufen in denen abgemagerte oder tote Tiere schwimmen.

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    Würmer allgemein

    F: Ich habe seid einiger Zeit Probleme mit meinen Neonfischen (Schwarm von etwa 45 Stück). Seid etwa 2 Monaten sind diese mit Parasiten befallen. Diese weißen, wurmartigen Plagegeister sind etwa 1-3 mm lang und befinden sich am ganzen Körper unter der Haut der Fische. Zum Teil wedeln sie auch wie Bindfäden aus dem Fisch heraus. Seltsam an diesem Befall ist, das die Parasiten sich nur die Neons in meinem Gesellschaftsaquarium ausgesucht haben. Alle anderen Fische sind ohne Befall. Dies mag vielleicht daran liegen, daß ich noch einen Schwarm Regenbogenfische habe, die dominanterweise den freien Schwimmraum in dem dicht bepflanzten 375l-Becken nutzen und so die Neons öfters in den Hintergrund drängen, wo sie dann dicht beieinander stehen. Meine Vermutung ist, daß sich der Parasit dadurch nur auf die Neons überträgt. Komischerweise scheint der Parasit den Fischen kaum etwas auszumachen, da diese ein normales Verhalten zeigen und bis jetzt auch keiner eingegangen ist. Zur Bekämpfung habe ich bisher folgende Mittel eingesetzt (leider ohne Erfolg): 1) sera mycropur 2) eSHa 2000 3) RABOMED (weil ich dachte, dies sei vielleicht eine verwandte Krankheit von Ichthyophthirius) Ich habe zuerst Lernaea vermutet. Jedoch haben meine Plagegeister in der Kopfregion keine ankerförmige Ansätze und da ich diese Tierchen ja schon eine Weile im Aquariumn habe, konnte ich feststellen, daß sich bei ihnen keine Eipakete bilden, wie sie ja bei geschlechtsreifen Lernaea vorkommen sollen.

    Man muß sich vorstellen, daß sie sich gekringelt unter der Haut ihres Wirtes befinden, also nicht als längliches ausgestrecktes Tierchen, wie es z.B. die Abbildung im Aquarien-Atlas zeigt.

    A: Diese Frage ist bislang unbeantwortet, hat aber eine lange Diskussion über eine Reihe anderer Würmer ausgelöst. (Im Nachhinein würde ich vermuten, daß es sich um Nematoden handelt, die möglicherweise mit Wildfang-Tieren eingeschleppt sind und in der aquaristischen Literatur noch keinen Niederschlag gefunden haben. Grundsätzlich gibt es in der Tiermedizin Mittel gegen Nematoden, aber die Dosierung müsste man ausprobieren, es wird also ohne herausfangen nicht gehen).

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    Fräskopfwürmer

    F: Was sind und wie erkenne ich Fraeskopfwürmer?

    A: Fraeskopfwuermer sind (dunkel-)rot und haengen, wenn sie erwachsen sind, aus dem After der Fische. Medikamente zur Bekaempfung von Fraeskopfwuermern:

    Fräskopfwürmer sind Darmparasiten, die unbehandelt bis zum Tod des Tieres führen können. Dummerweise benötigen sie nicht, wie viele andere Parasiten einen Zwischenwirt (so daß man sich höchstens ein infiziertes Tier kaufen kann), sondern ihre Larven können direkt wieder andere Fische infizieren.

    Erkennen kann man sie nach einiger Zeit an aus dem After hängenden rotbraunen Wurmenden (dann ist der Befall aber schon recht massiv. Meine Microgeophagus altispinosa haben trotz Befall noch zwei mal abgelaicht, bevor sie eingegangen sind. Irgendwann wird dann halt die Nahrungsaufnahme eingestellt. Behandeln kann man sie mit Mitteln, die gegen Würmer (in der Massentierhaltung) entwickelt wurden. Aber Vorsicht: Fische reagieren zum Teil sehr empfindlich (und je nach Art unterschiedlich) auf diese Präparate.

    Zum Beispiel Flubenol oder Concurat L (sind aber beide rezeptpflichtig und nur in riesen Gebinden zu kaufen, so daß es sinnvoll ist mit einem Tierarzt zu reden; der hat die Mittel teilweise auch vorrätig).

    Ein Punkt, der hier schon öfter auffgefallen ist: es mag zwar möglich sein einen Apotheker zu überreden einem diese Mittel ohne Rezept zu geben oder diese von Bekannten im Aquarianerverein zu erhalten, aber die Weitergabe von rezeptpflichtigen Medikamenten ist strafbar nach Arzneimittelgesetz. Der Apotheker der das macht gefährdet seine Existenz.

    Daneben gibt es noch Präparate im Zoohandel auf der Basis von N-Chlor-toluolsulfonsäureamid -Natriumsalz (Gyrotox von Frickhinger), z.T. mit Zusatz von Formaldehyd (Helminth). Das Formaldehyd, wirkt gegen viele Parasiten gut und es werden keine Resistenzen entwickelt (das ist beste daran). N-Chlor-toluolsulfonsäureamid -Natriumsalz ist bei niedrigem pH-Wert nicht sehr stabil. Wenn ich mich recht entsinne weist die Fa. Frickhinger auch darauf hin, das Gyrotox nur in neutralem bis alkalischem Wasser zuverlässig wirkt.

    A: Concurat L. Hilft hervorragend, wenns richtig dosiert ist, ist aber leider rezeptpflichtig und damit nur in der Apotheke zu bekommen.

    A: Wenn die Tiere in ordentlicher Kondition sind, koennen sie sehr lange mit Fraeskopfwuermern leben!

    Treten uebrigens sehr haeufig bei Regenbogenfischen und Zwergcichliden auf, dann kommen erst Lebendgebaerende in der Haeufigkeitsskala.

    Von der Larve die sich im Fischdarm einnistest, bis zu den erkennbaren heraushaengenden Wuermern (Sind uebrigens nur die Weibchen) dauert es 3 (in Worten: drei) Monate! Also wenn man die Wuermer das erste Mal erkennt, hat man sie schon eine ganze Weile...oder die Fische noch nicht so sehr lange.

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    Ichtyo

    F: Habe heute bei meinen Neonfischen lauter kleine weiße Pünktchen entdeckt. Laut Buch müsste es sich um die Pünktchenkrankheit handeln. Unser Fischhändler hatte mir den Wirkstoff Malachit-grün-Oxalat von der Firma RABOMED. Die Dosierung soll drei Tropfen auf 10Liter betragen. Hat von euch vielleicht jemand Erfahrungen mit dieser Krrankheit gesammelt und selber Erfahrungen was die Heilchancen angeht, gesammelt ??

    A: RABOMED ist hervorragend geeignet. Bei der Dosierung musst Du drauf achten, dass zwei verschiedene auf der Flasche angegeben sind: Eine fuer die sogenannte Vorbeugung (ist Quatsch, sollte man niemals machen, von uns nimmt ja -hoffentlich - auch niemand jeden Tag Aspirin, nur weil er mal Kopfschmerzen kriegen koennte!) und eine staerkere Dosierung fuer den Befall. Wenn Du Dich an diese Dosierung haelst und die Behandlung so durchfuehrst, wie es auf der Packung angegeben ist (!!!) und nicht abbrichst, sobald keine Puenktchen mehr zu sehen sind, dann funktioniert das sehr zuverlaessig und nebenwirkungsfrei. Ich habe das RABOMED immer benutzt und noch nie Schwierigkeiten damit gehabt, aber wichtig ist, dass man lange genug behandelt!!!

    A: Wichtig zu wissen: Wenn mit Ichtyo befallenen Fische eingehen, verlassen die Erreger den Kadaver und bilden relativ langlebige Dauerstadien, die im Laufe der nächsten Monate wieder aktiv werden! Also rasch und konsequent zuende behandeln, und darauf achten, daß man Fische, die schon auf der Kippe stehen rechtzeitig in Quarantäne setzt. A: Koennte stimmen, koennte aber auch Oodinium sein. Die beiden Erkrankungen unterscheiden sich in der Groesse der Punkte! (läßt sich auch mit handelsüblichen Medikamenten behandeln, die von den Fischen aber zum Teil nur schlecht vertragen werden...)
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    Sonstige Erkrankungen

    F: Wir haben heute an unserem Schwerträgerfweibchen an der Rückenflosse einige merkwürdige "Fransen" entdeckt. Wie es aussieht, ist es aber nicht die Flosse, die zerfranst ist, sondern irgendetwas anderes, was da hängt. Es ist vielleicht 5 mm lang. Was kann das sein? A: Klingt nach Karpfen- oder Fischläusen (Argulus japonicus, A. foliaceus). Hatte ich vor einiger Zeit auch mal und nach den Erfahrungen dieser Newsgroup dann die Dinger lediglich abgesammelt und auf die chemische Keule verzichtet. Vermehrt haben sie sich in den Becken wie vorausgesagt nicht und nach zwei Wochen habe ich keine mehr entdeckt.

    F: Von einigen meiner Fische habe ich gestern seltsame Krebschen von 2 mm Größe abgesammelt. Die mikroskopische Untersuchung ergab Argulus foliaceus, also Karpfen- oder Fischlaus. Die Fische (Heterandria formosa, Poecilia reticulata) wirkten nicht sehr beeinträchtigt, aufgefallen war mir ein Scheuern an Steinen und natürlich der gut sichtbare, auf dem Fisch sitzende Ektoparasit. So was hatte ich noch nie im Becken, was nun? Muß ich mit einer Epidemie rechnen? Gibt es andere Verfahren als absammeln?

    A: Eigentlich sollten Deine Fischläuse im Aquarium nicht weiter vermehren. Allerdings können diese lästigen Viecher Krankheiten übertragen. Quelle ist meist Lebendfutter. Behandeln kann man den Parasiten mit Mastoten 100 mg / 100 Liter für 3 Tage.

    F: Meine Buntbarsche (evtl. nur einzelne Arten) haben auf der stirn einen weissen punkt (ca. 0,5mm-2mm, evtl. auch auf der Seitenlinie). Der weitere Verlauf der Krankheit ist, dass der weisse Punkt - man kann sagen - aufplatzt. Wenn man sich den Fisch mit einer Lupe anschaut, sieht es aus, als kaeme etwas Weisses aus der Wunde. nach einigen Tagen ist dann die Wunde ausgeheilt, hat jedoch einen Krater in der Haut hinterlassen. Doch nach einiger Zeit geht das Ganze von vorne los, verschlimmert sich meist und endet mit dem Tod des Fisches. Was ist das und wie wird es bekämpft?

    A: Lochkrankeit ist offenbar ein sehr komplexes Phänomen, daß letztlich durch Naehrstoffmangel ausgelöst wird. Dieser kann u.a. durch den Befall mit Darmflagelaten entstehen (dann hilft evtl. hexa-ex von Frickhinger), muss aber nicht. Dann helfen auch keine Medikamente!

    Neben Vitaminmangel scheint auch Mineralstoffmangel häufig zu sein. Bei mir hat jedenfalls die Zugabe von Seesalz (ein Eßlöffel pro 100L Wasser) geholfen, Medikamente dagegen nicht dauerhaft. Mir ist kein Fisch eingegangen und die Krankheit ist restlos verschwunden! Das entscheidende ist weniger das Salz, als die ebenfalls enthaltenen Spurenelemente! Für Fische weicher, saurer Gewässer würde ich deshalb versuchen Spurenelemente ohne Härtebildner zu besorgen (die ja im Seesalz auch enthalten sind). Etwas Geduld mitbringen, es dauert ggf. ein paar Wochen, bis die Fische ihren Mineralstoffhaushalt wieder ausgeglichen haben.

    Es scheint typisch zu sein das von mehrern Fischarten in einem Becken (auch Buntbarschen) nur einzelne oder gar eine Lochkrankheit zeigt. Offenbar ist die Faehigkeit zur Aufnahme oder der Bedarf an Mineralstoffen unterschiedlich.

    Lochkrankheit ist von vielen Cichliden bekannt, soll aber auch bei Labyrinthfischen vorkommen.

    F: Mein Pseudotropheus elegantus chewere-Weibchen hat an einem Auge so eine Art Blase .Das Auge erkennt man fast nicht mehr. Kann mir jemand weiterhelfen um was für eine Krankeit es sich hier handelt und wie mann sie behandeln kann?

    A: Wahrscheinlich Sauerstoffuebersaettigung im Wasser, sofort rausfangen und in anderes Becken setzen hilft meist. Ist nicht so schlimm wenn man allerdings zu lange wartet kann se ersticken...JA - am Sauerstoff.

    Hervorgerufen kann das ganze zum Beispiel durch zuviel Sonne im

    Wasser, die dann abrubt geendet wurde, oder so. Wenn die Blase weg ist, einfach zuruecksetzten.

    PS: Mein Cyprichromis Weibchen hatte datt auch, die Blase war erst klein, dann groesser, dann habbich se einfach ins naechste leere Becken gesetzt, und nach einem Tach war die Blase wech. Nach noch einem Tag kam se zurueck ins alte Becken und alles war weider gut.

    Problem Tropheus: Nun ja - es kann natuerlich passieren, dass die Gruppe das Tier nicht wieder aufnimmt. Evtl. die ganze Gruppe mit umsetzen oder - hmm - einen grossen grossen Teilwasserwechsel (1/2 - nur bei gut eingefahrenem Filter!). Das Frischwasser gut entlueften, also mit einer Brause ins Becken lassen, oder in einen Eimer und von dort ins Becken.

    PPS: Ich (S. Pflume) gebe das hier mit Vorbehalt wider, weil es im konkreten Fall geholfen hat. Wenn das nicht hilft, kann die Blase evtl. auch durch eine bakterielle Erkrankung entstanden sein.

    A: Seit einiger Zeit beginnt bei meinem Thomas Prachtbarsch (Anomalochromis thomasi) die linke Kieme aus dem Körper zu wachsen. Das Ganze sieht aus als hätte der Fisch ein Geschwür in den Kiemen. Das Phänomen ist nur auf einer Seite zu beobachten. Der Fisch frißt wie gewohnt und auch die Atmung ist normal. Was kann das sein? Wasserwerte sind auch OK.

    A: Krebs bei Fischen ist (relativ) selten, kommt aber vor. Das scheint ein solcher Fall zu sein.

    F: Mein Purpurprachtbarschweibchen ist eingegangen. Symptome: Fisch atmete SEHR heftig, zeigte aber sonst keine typischen Zeichen wie scheuern oder Angst. Fisch starb binnen 24h und ohne grosse Dramatik: legte sich in eine Ecke und war tot. Keine Parasiten, messbare Wasserwert ok. Was fehlte dem Tier?

    A: Möglicherweise Vergiftung durch Faulgase (Schwefelwasserstoff) aus dem Bodengrund. Möglicherweise hat sich das betroffene Tier besonders viel in einer Kokosnuss aufgehalten und war deshalb vor allen anderen betroffen.

    Probe: mit den Fingern tief (!) im Bodengrund wuehlen. Zeigt der Bodengrund ausgedehnte schwarze Stellen aus denen groessere Mengen stark faulig stinkender Blasen aufsteigen? Kann durch große Mengen Mulm oder zu große Mengen an "Langzeitdünger" entstehen.

    Kur: komplett neu einrichten. Bodengrund wegwerfen oder sehr gut waschen. Pflanzen (so noch ohne verfaulte Wurzeln) koennen bleiben. Filter NICHT reinigen oder gar das Filtermaterial auswechseln. 1/3 des originalen Wassers uebertragen.

    Praevention: Bodenheizung (teuer), groberen Bodengrund verwenden bzw. Zusätze für das Pflanzen-Wachstum nur sparsam einsetzen, gelegentliche intensive Bodenreinigung (Mulmglocke), gelegentlich umgraben oder Turmdeckelschnecken.

    F: Heute frueh habe ich bemerkt, dass einer unserer Neons nur noch mit offenem Mund/Maul umherschwimmt und dadurch relativ wenig Futter aufnehmen kann. Hat jemand schon Erfahrungen mit solchen Problemen gemacht? Gibt sich das von selber wieder oder kann ich ihm irgendwie helfen? (Alle anderen >scheinen sich normal zu benehmen.)

    A: habe schon mal das gleiche Phaenomen erlebt, allerdings bei einem meiner Trauermantelsalmler. Der ist dann spaeter auch eingegangen (verhungert?!). Ich vermute, es handelt sich m.E. dabei um eine Erkrankung im Inneren des Mauls in Form eines Tumors oder aehnlicher Verwachsungen. Da keine Anzeichen von z.B. Pilzbefall vorlagen, habe ich auch nichts dagegen unternehmen koennen :-( und es einfach als "natuerlichen Schwund" hingenommen. (Gerd von der Loo)

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    Unklar

    F: Seit einiger Zeit scheuern einige Fische ohne eindeutige Krankheitszeichen. Ab und zu verenden einzelne. Insbesondere die Lebendgebärenden. Meine Wasserwerte sind : Ph 7,0 dGH 8, CH 3, Nitrit: >>0,1. Temp. um 25 Grad. Wo liegt mein Fehler?

    A: Wir hatten das mal, als wir den Teppichboden im Zimmer gewechselt haben. Dabei muessen Fasern ins Aquarium gekommen sein. Es war also eine Vergiftung. (Ulrich Dassau)

    PS: Im Rückblick würde ich bei dieser Frage eher an Kiemen- oder Hautwürmer denken. Evtl. durch eine Tierarzt bestätigen lassen (Behandlung siehe unter 'Würmer', S. Pflume).

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    Totkranke Fische töten

    F: Wie töte ich unheilbar kranke Fische möglichst schonend und tierschutzgerecht?

    A: Maryo Fietz ist Angler möchte allen Aquarianern folgende waidgerechte Toetungsmethoden ans Herz legen:

    1. Bei groesseren Fischen
      • Fisch betaeuben (Schlag auf den Kopf, Fisch gut festhalten)
      • Herzstich mit einem scharfen und spitzen Messer auf der Kopf-unterseite in Höhe der Kiemenboegen bis zum Rueckrat einstechen (blutet nicht sehr stark).

        Diese Methode funktioniert bis hinunter zur Guppy-Groesse !

    2. Bei kleinen Fischen
      • Fisch betaeuben (Schleudern mit dem Kescher geht)
      • Mit einem scharfen Messer (scharfe Schere geht auch) das Rueckrat mit einem Rutsch durchtrennen oder mit einem Rutsch den Kopf abschneiden.

    Funktioniert nur bei kleinen Fischen. Bei groesseren kann es sein, dass Ihr am Rueckrat stecken bleibt. Dann muesst Ihr saebeln und das ist nicht witzig fuer den Fisch. Im Anglergeschaeft gibt es einen sog. Aalstecher, ist eine kleine Guillotine.

    Alle anderen Methoden, wie platthauen, abkochen, einfrieren, chemisch betaeuben, verrecken lassen, Toilettenentsorgung usw. sind barbarisch. Erzaehlt das blos nicht herum. Es gibt ein Tierschutzgesetz und das ist gut so.

    Wenn Ihr Eure Fische wirklich moegt, dann lernt, wie man sie notfalls fachgerecht toetet. Ist besser so !

    F: Geht's nicht auch anders? Meinen eignen Fisch zu erschlagen, zu erstechen oder zu köpfen, das bringe ich nicht fertig. Mir werden schon bei dem Gedanken daran die Knie weich.

    A: Rezeptfrei ist das schwierig! Aber wenn Du einen Apotheker kennst und darlegst wofür Du es brauchst verkauft er Dir wahrscheinlich auch ein lokales Narkosemittel, z.B. Xylocain 2%, 50 ml Injektionslösung. Das mit ca 1/2 Liter Aquarienwasser verdünnen und den Fisch da hineinwerfen. Er sollte dann innerhalb von ca 10 Minuten an einem Herzstillstand sterben.


    VivariX

    © Stephan Pflume E-Mail an: VivariX